Serie: Rückenschmerz erklärt – Teil 1: Gehörst Du tatsächlich zu den 10%?

Rückenschmerzen.

Beinahe jeder hatte sie mal. Lokale Schmerzen im unteren Rücken, gerne auch ausstrahlend in eine oder beide Gesäßhälften, manchmal sogar bis zum Oberschenkel. Es schränkt in der Bewegung ein, Wärme hilft etwas, aber ein Hauptsymptom besteht: Schmerzen. Und sie bleiben!

Statistisch gesehen sind 70% von uns betroffen und haben im Lebensverlauf wenigstens einmal diese Beschwerden. 

Doch was macht man damit? Beißt man sich auf die Zähne, geht zum Arzt, schluckt Schmerztabletten, lässt sich krankschreiben oder bleibt gar im Bett liegen?

Ziel dieser Serie wird sein, dass Du besser mit dem Schmerz umgehen kannst und zukünftig weißt, was zu tun ist. Und wir helfen Dir dabei. 

Die häufigste Form des Rückenschmerzes wird „unspezifischer Rückenschmerz“ genannt.

Etwas ernüchternd, aber es gibt keine konkrete Ursache, keinen strukturell erkennbaren Auslöser für den bestehenden Schmerz. Daher wird er unspezifisch genannt. 

Wichtig: bei 90% aller Rückenschmerzen handelt es sich um unspezifischen Rückenschmerz! Ohne unmittelbaren Grund, ohne direkte Ursache! 

Man spricht beim unspezifischen Rückenschmerz von einem ganz normalen Zustand, einem sogenannten „Rückenschnupfen“, der wieder vergehen wird. Diese Beschwerden können sogar bis zu 12 Wochen anhalten!

Was kann man also dagegen machen, wenn es fast grundlos auftritt?

Es häufen sich die Anzeichen, dass Bewegungsmangel und fehlender Sport einen großen Einfluss auf das Entstehen von Rückenschmerzen hat. Es entstehen infolgedessen Defizite in Kraft, Ausdauer und der Fähigkeit der muskulären Ansteuerung (Koordination) der Rumpfmuskulatur. Zusätzlich entsteht ein deutlicher Abbau der Rückenmuskulatur und eine negative Anpassung des zentralen Nervensystems (siehe Beitrag Physiologie Schmerz). 

Nun sind die Schmerzen da, was nun?

Bei dieser Diagnose wird Physiotherapie empfohlen. Dazu gehört Edukation, Behandlung und Bewegung – auch in Form von Übungshausaufgaben. 

Interessant: Studien zeigen, dass eine Bewegungstherapie im Vergleich zu einer rein medikamentösen Behandlung sogar besser wirkte. 

Es ist also möglich, schmerzfrei zu werden, ohne Medikamente einzunehmen!

Typischerweise sind Personen betroffen, die sich im Alltag wenig bewegen und keinen Sport treiben. Gemeint sind Arbeitstätige in sitzenden Berufen (bspw. Schreibtisch, Auto fahren), aber auch diejenigen, die ständig auf den Beinen sind. 

Es gibt keine falsche Haltung! Die Abwechslung, die nächste Haltung ist die Richtige. Studien haben gezeigt, dass besonders einseitige Belastungen, insbesondere am Arbeitsplatz, führen zu Beschwerden des Bewegungsapparates.

Wir sind für Nachfragen für Euch da und

Bleibt in Bewegung!

Eure Physis-Praxis Sonnenberg und Partner

P.S.: 

Wer aufmerksam gelesen hat, wird sich möglicherweise gefragt haben, ob es auch „spezifischen Rückenschmerz“ gibt. Ja, den gibt es. Dazu mehr in einem weiteren Beitrag… 😉

 

Quellen:

Haag, T. Et al. 2018. The evidence of physical activity and training for the therapy of chronic non-specific low back pain. Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 7-8.2018

Foster et al. 2018. Prevention and treatment of low back pain. Lancet 3/2018